[Sie sind hier: > Home> Aktuell> AKTUELL> Woche für das Leben> Leben von Anfang an (2006)> Leben von Anfang an (2006)> Beiträge> ...als Frauenärztin begleiten]
Die Geburt ist ein tolles Erlebnis
Leben - von Anfang an, für Frauenärztin Karin Hörger aus Backnang bedeutet dies die Begleitung von Frauen in der Schwangerschaft. Dabei gilt ihre Fachkenntnis vor allem der Sorge der Eltern, ob das erwartete Kind auch gesund ist. Sie möchte dabei helfen, Gefahren für Mutter und Kind abzuwenden, etwa durch Infektionen oder falsche Medikamente. Als Mutter von drei Kindern macht sie werdenden Müttern gerne einmal Mut mit dem Satz, dass die Geburt eines Kindes kein Leid sei, sondern harte Arbeit. Der Schmerz, den wir sonst mit einer Krankheit verbinden, stehe hier für neues Leben. "Die Geburt ist ein tolles Erlebnis" sagt sie als jemand, die schon selbst viele Geburten begleitet hat.
Dass freilich nicht jede Schwangerschaft und Geburt problemlos verläuft, nicht jedes Kind gesund auf die Welt kommt, weiß die Frauenärztin auch. Dennoch ärgert sie sich über den lapidaren Satz vieler Eltern"Hauptsache gesund". Als ob es einen Anspruch auf ein gesundes Kind gäbe. Auch ein krankes Kind wird sehr wohl als ein eigenes Kind angenommen werden können. Der Druck, der hier durch die Rechtsprechung auf die Frauenärzte ausgeübt wird empfindet sie als Belastung. Und erleichtert stellt sie fest, dass es dennoch viele Eltern gebe, die sich einfach auf die Schwangerschaft so einlassen wie sie ist.
Schwierig ist die Situation mit Eltern, die nach Feststellung einer Schwangerschaft die Geburt ihres Kindes ablehnen. Sie versuche sich hier in die Situation der Betroffenen hinein zu versetzen, auch wenn sie oft nicht verstehen könne, warum zuvor nicht richtig verhütet wurde. Ihren Part bei der Sache sehe sie vor allem darin, die Möglichkeiten der Verhütung in der Beratung immer wieder anzusprechen. "Je länger man in diesem Beruf ist, desto schlimmer empfindet man das mit den Abtreibungen", sagt sie.
Dabei kündigt sich das neue Leben schon früh an. Deutliche Anzeichen des neuen Lebens erkennt sie vor allem mit dem Ultraschallgerät. Schon ab der sechsten Schwangerschaftswoche sieht sie einen kleinen pulsierenden Fleck von nur zwei Millimetern Größe in der Gebärmutter." Für mich ist das einfach ein Mensch, für viele Patienten jedoch eine Überraschung".
Karin Hörger
ist Frauenärztin in Backnang und Mutter dreier Kinder.




